Wenn wichtige Informationen nur auf Facebook stehen – Drensteinfurt.peus.info
Wenn wichtige Informationen nur auf Facebook stehen
13.08.2026
Drensteinfurt. Es bleibt ein Eindruck, der sich inzwischen nur schwer wegwischen lässt: Die städtischen Informationen werden nicht überall dort veröffentlicht, wo Einwohnerinnen und Einwohner sie eigentlich erwarten dürften. Wer die Social-Media-Angebote der Stadt Drensteinfurt verfolgt, insbesondere Facebook oder Instagram, erhält teilweise Informationen, die auf der städtischen Internetseite offenbar nicht oder zumindest nicht zeitgleich zu finden sind.
Dabei geht es nicht um die Frage, ob die Stadt soziale Netzwerke nutzen darf oder sollte. Faktisch kann eine Kommune Facebook und Instagram als zusätzliche Informationskanäle einsetzen. Zu erwarten wäre dabei allerdings, dass die Verantwortlichen innerhalb der Verwaltung wissen, welchen Bedingungen sie und die Nutzer dieser Plattformen unterliegen. Wer hat die jeweiligen Nutzungsbedingungen gelesen? Wer kann innerhalb der Verwaltung beantworten, was mit den von der Stadt eingegebenen Daten und den Daten der Nutzer geschieht? Und wer trägt hierfür die Verantwortung? Es dürfte niemand sein, der die Bedingungen gelesen hat. Wenn nun Niemand die AGB gelesen hat und Niemand nicht bei der Stadt beschäftigt ist, lautet die entscheidende Frage daher: Warum werden Informationen, die für die Einwohnerschaft relevant sind, nicht grundsätzlich auch auf der eigenen Internetseite veröffentlicht? Dort sollten alle Informationen zeitgleich, vollständig, konzentriert und übersichtlich zur Verfügung stehen.
Die städtische Webseite sollte der zentrale Informationspunkt sein
Am 13. August 2026, gegen 18:30 Uhr, war auf der Internetseite der Stadt Drensteinfurt als aktuellste Mitteilung der Erfolg von Auszubildenden der Stadtverwaltung zu finden. Dieser Erfolg soll ausdrücklich nicht geschmälert werden. Den erfolgreichen Auszubildenden gebührt auch von dieser Stelle ein herzlicher Glückwunsch. Doch gleichzeitig stellt sich eine grundsätzliche Frage zur Informationspolitik. Denn während auf der städtischen Facebook-Seite weitere aktuelle Informationen zu finden sind, entsteht für diejenigen, die bewusst auf Facebook oder Instagram verzichten, ein Informationsdefizit. Das ist besonders dann problematisch, wenn es nicht lediglich um nette Zusatzinformationen oder Veranstaltungsbilder geht, sondern um konkrete Hinweise für den Alltag der Einwohnerinnen und Einwohner.
Beispiel: Stadtführungen beim Stadtfest
Ein Beispiel ist die Ankündigung der Stadtführungen beim Stadtfest im September. Auf Facebook informiert die Stadt darüber, dass die neue zertifizierte Gästeführerin Doris Asbrand beim Stadtfest erstmals Führungen anbieten wird. Genannt werden die einzelnen Termine am 12. und 13. September, die Treffpunkte und die Information, dass die Führungen kostenlos und ohne Anmeldung möglich sind. Interessanterweise verweist die Stadt in ihrem Facebook-Beitrag sogar auf die eigene Internetseite, auf der weitere Informationen und die Möglichkeit zur Buchung der Gästeführungen zu finden seien. Das zeigt eigentlich sehr deutlich, dass Facebook und Internetseite problemlos zusammenspielen können. Aber warum muss der Bürger überhaupt den Umweg über Facebook nehmen, um von der Information zu erfahren? Die städtische Internetseite sollte nicht der Ort sein, an dem man nachsehen kann, wenn man vorher bereits weiß, dass es eine Information gibt. Sie sollte der Ort sein, an dem man zuverlässig die aktuellen Informationen der Stadt findet.
Noch deutlicher wird es bei einer Straßensperrung
Bei einer Veranstaltung kann man über die unterschiedliche Verteilung von Informationen vielleicht noch hinwegsehen. Bei einer Straßensperrung wird die Sache allerdings konkreter. Auf der Facebook-Seite der Stadt wird eine Vollsperrung des Grentruper Weges angekündigt. Demnach soll der Weg im Zusammenhang mit der Errichtung einer Photovoltaik-Freiflächenanlage vom 17. August bis zum 2. Oktober 2026 kurz vor der Brücke vollständig gesperrt werden. Besonders bemerkenswert ist dabei der ausdrücklich hervorgehobene Hinweis: Die Kläranlage sei während der Sperrung aus Richtung Bahnhofstraße nicht erreichbar. Außerdem würden Umleitungen ausgeschildert und auch für den WerseRadweg entsprechende Umleitungen eingerichtet. Das ist keine reine Social-Media-Unterhaltung. Das sind Informationen, die für Menschen, die dort unterwegs sind, unmittelbar relevant sein können. Und genau deshalb stellt sich die Frage: Warum erfährt der Facebook-Nutzer davon, während der Nutzer der städtischen Internetseite offenbar nicht dieselbe Information vorfindet?
Es geht nicht gegen Facebook – es geht um Gleichbehandlung
Dabei sollte die Diskussion nicht falsch verstanden werden. Es geht nicht darum, der Stadt Drensteinfurt die Nutzung von Facebook oder Instagram vorzuwerfen. Die Stadt kann selbstverständlich zusätzliche Kommunikationskanäle betreiben. Gerade bei kurzfristigen Hinweisen können soziale Netzwerke eine sinnvolle Ergänzung sein. Aber eine Ergänzung sollte eben eine Ergänzung bleiben. Die städtische Internetseite muss der gemeinsame Nenner sein. Wer Facebook nutzt, kann die dort veröffentlichte Information zusätzlich erhalten. Wer Instagram nutzt, kann sie dort ebenfalls sehen. Wer weder Facebook noch Instagram verwendet, darf deshalb aber nicht schlechter informiert sein. Denn nicht jeder Bürger möchte sich bei einem sozialen Netzwerk anmelden. Nicht jeder möchte seine Daten einem internationalen Plattformunternehmen zur Verfügung stellen. Und nicht jeder möchte überhaupt einen solchen Dienst nutzen. Das ist eine völlig legitime Entscheidung.
Warum nicht einfach überall dieselbe Information?
Damit stellt sich eine eigentlich erstaunlich einfache Frage an die Stadtverwaltung: Was spricht dagegen, aktuelle Informationen grundsätzlich zunächst beziehungsweise gleichzeitig auf der eigenen Internetseite zu veröffentlichen und anschließend über Facebook und Instagram darauf hinzuweisen? Technisch dürfte es kaum ein Problem sein, denselben Text auf mehreren Kanälen zu veröffentlichen. Und auch inhaltlich wäre damit eine klare Linie geschaffen: Die städtische Webseite ist die zentrale Informationsquelle. Social Media ist der zusätzliche Verbreitungsweg. Wer Facebook nutzt, bekommt die Information dort. Wer Instagram nutzt, bekommt sie dort. Wer ausschließlich die Webseite der Stadt besucht, findet sie dort ebenfalls. Das wäre nachvollziehbar, transparent und vor allem unabhängig davon, welchen Kommunikationsweg ein Bürger persönlich bevorzugt.
Gerade wichtige Hinweise gehören auf die eigene Webseite
Besonders fragwürdig wird die derzeitige Verteilung dann, wenn Beiträge ausdrücklich als „wichtige Hinweise“ gekennzeichnet werden. Eine angekündigte Straßensperrung mit Auswirkungen auf eine Kläranlage und einen Radweg ist zweifellos eine Information, die einen möglichst großen Kreis erreichen sollte. Deshalb sollte die Frage erlaubt sein, ob die Stadt Drensteinfurt ihre Prioritäten bei der digitalen Öffentlichkeitsarbeit richtig setzt. Es entsteht jedenfalls der Eindruck, dass Facebook und Instagram teilweise aktueller oder vollständiger bespielt werden als der eigene Internetauftritt. Das ist kommunikativ schwer zu erklären.
Die Stadt sollte ihre Informationswege vereinheitlichen
Es wäre daher wünschenswert, wenn die Stadt Drensteinfurt ihre digitale Informationspolitik überprüfen würde. Dabei geht es nicht um mehr Informationen, sondern zunächst einmal um dieselben Informationen auf allen städtischen Kanälen. Die eigene Internetseite sollte dabei den Ausgangspunkt bilden. Sie gehört der Stadt, ist ohne Anmeldung erreichbar und sollte deshalb für alle Einwohnerinnen und Einwohner gleichermaßen zugänglich sein. Facebook und Instagram können anschließend genau das tun, was soziale Netzwerke besonders gut können: Informationen schnell verbreiten, teilen und Aufmerksamkeit erzeugen. Aber die Information selbst sollte nicht davon abhängig sein, ob jemand einen Facebook- oder Instagram-Account besitzt.
Denn eine kommunale Verwaltung sollte ihre Bürger nicht danach informieren, welche Plattform sie benutzen. Der Maßstab sollte einfacher sein: Wer auf die offizielle Internetseite der Stadt Drensteinfurt schaut, sollte dort die aktuellen wichtigen Informationen der Stadt finden – unabhängig davon, ob er anschließend noch Facebook, Instagram oder überhaupt kein soziales Netzwerk nutzt. Gerade bei Straßensperrungen, Baustellen, Veranstaltungen und anderen Informationen mit unmittelbarer Bedeutung für den Alltag sollte das eigentlich selbstverständlich sein.